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Summer Breeze 2007 

Zwo Festivals in einem Jahr? Für viele von euch wahrscheinlich nicht
ungewöhnlich, aber für nen' armen Azubi wie mich ein nicht unerheblicher Kostenfaktor. Dennoch: Der Sommerurlaub braucht ein
Highlight! Und was ist schöner als den Sommer mit Metal und Bier zu feiern? Eben.
Deshalb probierte ich zum ersten Mal das SUMMER BREEZE aus. Gründe: Nicht allzu
weit weg, trotz hochkarätigem Billing nicht teuer und - einer der wohl
überzeugendsten Faktoren: Ich habe bisher von noch keinem Besucher ein negatives
Feedback erhalten. Also: Grill, Kutte und Nietenarmband wieder entstaubt und ab
nach Bayern.
Da die Herren von Powerwolf im Set der Warm-up-Show waren, entschieden wir uns
dafür, bereits am Mittwoch anzureisen. Ein Glück, wie sich herausstellen sollte.
Den trotz des bereits großen Andrangs, waren wir recht schnell auf dem Gelände.
Wirklich ärgerlich war es aber für alle, die erst am Donnerstag anreisten. Denn
die mussten
Stunden(!) der Wartezeit über sich ergehen lassen, da der Camping Platz immer
mehr erweitert werden musste. Demzufolge wurde der Tagesparkplatz und - was den
Ablauf nicht gerade erleichterte - der Einlassbereich verkleinert.
Ein weiteres Manko war die akribische Durchwühlung der Autos nach allen Arten
von Glasbehältern, die sowohl auf dem Festivalplatz als auch dem Campinggelände
verboten waren. Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie lange man braucht um für
Festivals vollgestopfte Autos zu durchsuchen. Zumal - und ja das muss ich jetzt
sagen - die Jungs und Mädels ihren Job nicht gerade ordentlich gemacht haben:
Ich hab' jedenfalls Dutzende Wodka- und Weizenbiergläser auf dem Areal gesehen.
Für den umständlichen Ablauf gabs natürlich Mecker. Die Veranstalter
entschuldigten sich bei ihrem Auftritt am Sonntag für den Ablauf und gelobten
Besserung im nächsten Jahr. Zur Ehrenrettung des SUMMER BREEZE sei gesagt, dass
dies auch so ziemlich das einzige Manko war. Denn ansonsten war das Festival
erste Sahne. Die Preise waren fair, die Securities und die Mitarbeiter
freundlich und der Sound auf den beiden Stages satt und klar. Und sieht man mal
von den beiden Gestalten ab, deren Ultimatum ("Bier für 20 Mann oder von 20 Mann
gefistet") nicht aktzeptabel war, habe ich das SUMMER BREEZE in vollen Zügen
genossen.
Warm-up
Gegen 22 Uhr schlenderten wir in Richtung Partytent - schließlich wollten wir
uns zeitig einen Platz für die Wölfe sichern. Doch zunächst war die Gruppe
Justice dran, die ein wenig eigenes Material und viele Covers aus dem
überwiegend härteren Bereich, z.B. Slipknot, SOAD (göttlich: B.Y.O.B.), Children
of Bodom, Kreator, Sepultura, Type O Negative usw. vor den Latz knallten. Nicht
immer mein Stoff, aber solide gespielt. Und einer Band, die ohne
Ermüdungserscheinungen einen 4-Stunden-Gig spielt verdient Respekt.
Dann aber Powerwolf. Die theatralischen Powermetaller servierten uns 45 Minuten
Nackenbrecher Stoff mit Mitgröhlfaktor. "Lupus Dei", das zweite kürzlich
erschienene Album der Wölfe, ist für mich schon jetzt eines der Metal Highlights
2007 und so hatte ich kein Problem damit, dass Powerwolf ihre Setlist stark auf
eben diese Scheibe ausrichteten: "We take it from the living", "Mother Mary is
a Bird of Prey", "In blood we trust", "Lupus Dei", die Zugabe "Vampires dont
die" (fett!). Von Scheibe Nr. 1 gabs immerhin "Mr. Sinister" und "Kiss of the
Cobra King". Sänger Attila Dorn erwies sich als glänzender Entertainer - mal
ganz abgesehen von der gesanglichen Meisterleistung - und die Band spielte
tight. Fazit: Auch dieses Mal werden die Wölfe wieder neue Anhänger gefunden
haben. Definitiv eine Truppe der man den Durchbruch wünscht!
TAG 1
Den Großteil des Tages haben wir mit Saufen und Faulenzen verbracht. Es lief
einfach nicht unser Stoff. Dafür gabs aber nen' kleinen Abstecher nach
Dinkelsbühl um Bier- und Lebensmittelvorräte aufzustocken. N' bisschen im
Merchandising wühlen, dann doch nichts kaufen und den ein oder anderen Schwatz -
mit anderen Worten: Zeit totschlagen.
Gegen 18 Uhr gings dann aber wieder ab. Wir wollten die Metalqueen sehen. Vorher
gabs aber noch Rage. Und die Jungs sind geil. Richtiger, arschtretender Metal
mit Bangfaktor 10. Zwar kannte ich nur exakt zwei Songs von ihnen - die
abschließenden "Higher than the sky" und "Straight to hell" - aber die Band war
deart fett, dass sich die Zulage einer Scheibe wohl nicht umgehen lässt.
Ne' knappe Dreiviertelstunde später durfte Doro über die Bühne donnern. Und Frau
Pesch und ihre Band lieferten einen Prachtgig ab. Zwar wirkte der traditionelle
Metal Rock im Billing zunächst deplatziert, doch es fanden sich genug Fans
jeglichen Alters und Coleurs vor der Mainstage. Die nach wie vor attraktive
Düsseldorferin setzte auf die Warlock Hits vergangener Tage, doch auch die
wenigen neuen Nummern punkteten. Vor den Latz geknallt gabs: "Earthshaker Rock",
"I rule the ruins", "You're my family", "True as Steel", "Hellbound", "Above the
Ashes", "Für immer", "Fight", "Breaking the law" (geil!), "Fight" und "Metal
Racer". Der Abschluss machte "All we are", der erwartungsgemäß die größte
Publikumsresonanz hervorrief. Alles in allem ein klasse Auftritt, dem mit "East
meets West" sogar noch ein Sahnehäubchen aufgesetzt wurde. Fett!
Natürlich nutzten wir im Anschluss die Gelegenheit um beim Metal Hammer Bus, ein
Autogramm von Frau Pesch zu ergattern. Daher stellten wir uns an die lange
Warteschlange, die sich bei der Audition von Amon Amarth bildete. Der Andrang,
eine Signation der Vikings zu bekommen, war groß, und so mussten viele Fans
leider leer ausgehen. Ich und Dori konnten uns jedoch über unsere signierten
Kleinoden der Metal Queen freuen. Sogar für ein paar Worte mit der symphatischen
Düsseldorferin reichte es. Etwas missgelaunt wirkte jedoch ihre Band - was wohl
auf den Umstand zurück zu führen ist, dass Doro nun mal der Star ist und viele
Autogrammjäger nur ihre Unterschrift begehrten. Kein Wunder, dass man - leicht
amüsiert - vom Metal Hammer Bus erschallen ließ, dass der Rest der Band auch
Autogramme gibt.
Ach, before I forget. Während wir in der Warteschlange standen, konnten wir uns
an den zwei nachfolgenden Bands Suffocation und Nevermore erfreuen. Erstere
lieferten tighten, arschtretenden Trash Metal mit Bang-Garantie ab. Ordentlich,
allerdings sollte sich der Frontsänger ausschließlich aufs Grunzen
konzentrieren, denn seine Ansagen gingen wohl so ziemlich jeden Anwesenden auf
den Sack. Und ich denke über Nevermore braucht man keine großen Worte verlieren:
Veni, vidi, vici - wir kamen, sahen und bangten.
Den Abschluss des ohnehin schon guten Tages bildeten Amon Amarth. Zwar kenne ich
kaum was von der Band, aber das was ich kenne ist geil. Und wenn man schon mal
die Möglichkeit hat die Band zu sehen, nimmt man sie auch wahr. Musikalisch wars
ja ohnehin die Wucht - als ob man was anderes erwartet hätte - aber die fette
Show mit Pyroeffekten, die Kiss zu schätzen wüssten, und dem gigantischen
Drachenboot war die Kirsche auf der Sahne. Dass Sänger Johann gegen Ende etwas
die Puste ausging, kann man daher verzeihen.
Auf dem Festivalgelände traffen wir dann noch Dori's Verwandschaft und nutzten
natürlich die Gelegenheit zu einem geselligen Umtrunk. Eine Erwähnung wert sei
Bob, welchen Simon in einem Moment der Kreativität erfand: Bob, das
Festivalmaskottchen, dürfte wohl bald ebenso legendär sein wie "Helga" oder das
"Spiderschwein". Fotos von Bob gibt es natürlich auf meiner Homepage bei der
SUMMER BREEZE Session zu bestaunen. (Über offizielles Merchandise denken wir
natürlich gerne nach - macht eure Angebote, werte Firmen!)
TAG 2
Autsch! Warum bange ich eigentlich so viel? Man bereut den steifen Hals und das
malträtierte Kreuz am nächsten Morgen ja eh immer. Ist wahrscheinlich aber ein
Zeichen dafür, dass die Konzerte geil waren.
Anyway, erstmal auf Toilette, dann was essen und noch die langsam rar werdenden
Kippen geraucht.
Heute stand als erstes Mal Sirenia auf dem Tisch! War aber nicht gerade der
Hammer. Zum einen die Show - die war nämlich nicht existent. Kein Backdrop, kein
Gebange, kein Entertaiment - ja, nicht mal ne' Lichtshow. Die Protagonisten
sahen in etwa so aus wie wir - müde und verkatert und bewegten sich daher nicht
viel. Über die Setlist (u.a. "Starcross", "Iridia", "Downfall", "The other Side"
usw.) lässt sich nicht wirklich streiten (auch wenn mein Liebling "Lithium and a
lover" mal wieder fehlte), musikalisch war es dagegen steif: Liegt wohl daran,
dass der ganze Bombast (Orchester und Keys) vom Band kam. Daher musste die Band
natürlich taktgenau spielen. Dass dies auf Kosten der Spielfreude geht ist
natürlich klar. Und der letzte negative Punkt: Die neue Sängerin war schon auf
dem neuen Album nicht mein Ding und live ist sie weder stimmlich noch
charismatisch ne' Wucht. Enttäuschend!
Leider war L'ame Imortelle keinen Deut besser. Die hatten zwar ne' gute
Liveband, doch dafür waren die zwei Fronter zu vergessen. Thomas hat ja noch
gewisse Entertainer Qualitäten, jedoch geht ihm bei seinen Gesangsparts oftmals
die Puste aus. Sängerin Sonja scheint sich dagegen auf der Bühne nicht wohl zu
fühlen. Wenn sie mal gerade nicht singt, ist sie im Backstage Bereich oder hängt
blöd auf der Bühne herum. Und auch bei ihr gibts im Stimmlichen Abzüge. Von
einer live ja nicht gerade unerfahrenen Gruppe hatte ich mehr erwartet. Dori und
ich hatten jedenfalls keine Lust uns die Live-Vergewaltigungen so schöner Songs
wie "Bitterkeit" oder "Aus den Ruinen" zu geben und verließen das Gelände.
Immerhin retteten In Extremo mal wieder den Tag. Manche werfen der Band ja vor
in jedem Schweinestall zu spielen. In der Tat, die Jungs sind tourfreudig, aber
ist das verkehrt? Macht ja auch so wenig Spaß immer wieder eine geile Band mit
fetter Show (Pyros from Hell!), einem Arsenal von Hits und einem charismatischen
Frontmann zu sehen, gell? Um es auf den Punkt zu bringen: Das Konzert war
einfach nur die Wucht, nicht zuletzt weil In Extremo quasi zum Zehnjährigen eine
Best-of-Show auf die Beine stellten: "Totenschiff", "Spielmannsfluch",
"Erdbeermund", "Der Wind", "Horizont", "Mein rasend Herz", "Ave Maria",
"Vollmond", "Küss mich", "Liam", "Herr Manelig" usw. Zwar gabs mal wieder nicht
"Der Galgen" aber bei dieser Hitdichte ist das zu verschmerzen. Sänger Micha
alias Das letzte Einhorn hatte die Meute fest im Griff und genoss den Auftritt
sichtlich. Die Band war wohl neben den gestrigen Amon Amarth der Abräumer des
Festivals und zog das komplette Spektrum der Besucher vor die Bühne: Tänzelnde
Grufts, bangende Metaller, Altrocker und sogar die paar Normalos - sie alle
feierten die Band. Fazit: In Extremo bewiesen einmal mehr ihre Klasse und sitzen
neben Subway to Sally auch weiterhin fest auf dem Thron des Mittelalter Rock.
Wir beendeten den Abend natürlich erneut bei einem geselligen Umtrunk bei Dori's
Verwandschaft.
TAG 3
Grunz! Merke: Tagelanges Bangen und Saufen rufen übelste Kater und Verspannungen
hervor.
Ich gebe zu, ich bin ein wenig ausgepowert. Daher ließ ich den abschließenden
Tag ruhig angehen. Phlegmatisch auf dem Autositz dösend, die letzten Bierchen
geschlürft, die dank Autoscheibe aufgebackenen Brötchen verschlungen und n'
bisschen True Metal gehört.
Ein letzter Umtrunk bei Dori's Bekannten, und dann zum letzten Mal auffe Piste.
Xandria setzen vermehrt auf melodischen Gothic Rock und begeistern damit nicht
jeden. Aber immerhin haben es die Jungs um Sängerin Lisa geschafft, die
Vergleiche mit Nightwish abzustreifen. Zwar leidet die tough auftretende Band
ebenso wie gestern Sirenia unter dem Manko, dass der ganze Bombast vom Band
läuft, aber immerhin singt Goldkehlchen Lisa wunderschön. Und ihr Dauergrinsen Marke
Gottschalk dürfte wohl jedes noch so finstere Metal Heart erwärmen. Fazit: Nicht
großartig, aber nett, zumal die Band mit "Ravenheart", "India", "Salomé" und
"End of the Story" in ihrer knappen Zeit immerhin alle Alben bedachten.
Dori wollte ein Autogramm von Oomph! Soll sie. Ich leistete ihr Gesellschaft in
der Schlange, schaute mir dabei aber die Spaßvögel der Appokalyptischen Reiter
an. Neben dem erprobten Hit Arsenal gabs natürlich auch wieder
Amüsantes. So wie die Crowdsurferin, die nicht von der Bühne gelassen wurde und
schließlich in den Käfig von Keyboarder Doktor musste. Defintiv der schönste
Zeitvertreib in der Warteschlange. Als letzte Band gabs Oomph! Nicht unbedingt
meine Band, obwohl "GlaubeLiebeTod" definitiv eines der besten Alben des
vergangenen Jahres ist. Dero und seine Jungs sind mir noch vom M'ERA LUNA 2004
in eher mäßiger Erinnerung, aber entweder hatten die Jungs da nur einen
schlechten Tag oder sie haben in den letzten drei Jahren verdammt viel gelernt.
Jedenfalls legte die Truppe ne' Bombe von Auftritt hin. Dero - mit irrem Grinsen
und in Zwangsjacke - war mal wieder der Hingucker. Egal ob der Junge von der
Bühne fällt, mit nem' Feuerzeug beworfen wird oder mit dem spontan auf die Bühne
geschossenen Wasserball tribbelt: Man könnte immer meinen es gehört zur Show.
Die Setlist? Die richtete sich stark auf "GlaubeLiebeTod", ließ aber auch Platz
für ältere Hits wie z.B. "Supernova" und natürlich dem Show-Höhepunkt
"Augen auf".
Ohne größere Probleme konnten wir das Festivalgelände verlassen und den Heimweg
antreten. Das Fazit der ersten Sommer Brise - das Festival hätte man zeitweise
allerdings AUTUMNS BREEZE nennen können - ist durchweg positiv. Die Organisation
waren top und die Bands Macht. In der Hoffnung auf ein starkes Billing 2008 bin
ich und
Dori gerne bereit wiederzukommen.
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