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Saltatio Mortis 
Heidelberg, Schwimmbad-Musik-Club
Ich gebe es ja zu: Ich habe die Spielmannen von Saltatio Mortis ein wenig aus den Augen verloren. Nicht etwa, dass die Jungs schlechte Songs veröffentlicht hätten. Nein, es lage eher an der Art der Produktion. Denn die grauenhaften Elektro-Arrangements und die sterile Atmosphäre von Alben wie "Das zweite Gesicht" und "Heptessenz" stehen im krassen Gegensatz zu den energiegeladenen und unterhaltsamen Live-Shows der Mannheimer Totentänzer. Und jetzt dass: Veröffentlicht die Band nach einer Mitgliederwechsel bedingten Pause mit "Aus der Asche" ihr wohl stärkstes Album. Klar, dass Dorina, Corry und ich zum traditionellen Weihnachtskonzert in den SMC Heidelberg pilgerten. War auch mal wieder ein schöner Grund in meiner alten Lieblings-Disco vorbeizuschauen.
Bibber. Scheisse kalt ist es an diesem zweiten Weihnachtsfeiertag. Und wir stehen in einer langen Schlange vor dem SMC. Kurzfristig fürchteten wir noch, keinen Einlass zu erhalten. Doch glücklicherweise hat es dann doch geklappt. Der "Live Club" war dann zwar gut besucht, aber Odin sei Dank nicht überfüllt, so dass wir das Konzert ganz genießen konnten. Und dass hatte es in sich. Denn die Totentänzer bewiesen einmal mehr warum sie die wohl beste Live-Band des Mittelalterrock sind.
Humor ist eine Grundtugend von Saltatio Mortis. Und den bewiesen die Mannen rund um Alea und Lasterbalk gleich zu Anfang des Konzerts. Nämlich als man sich kurzerhand als Saltatio Mortis' Vorband - Die Feuerschwänze - vorstellig machte. Und dieser Auftakt ging rein mittelalterlich zu: Sprich zu Schalmei, Pauke, Pfeife und Dudelsack wurde das tanzwütige Volk eine Dreiviertelstunde vorgeglüht. Es gab dann auch ordentlich Abschieds-Applaus, ehe Alea darum bat, dass bei Saltatio Mortis dann aber Ausnahmezustand herrschen müsse. Denn sonst bekämen alle Feuerschwänze Haue.
Die arme "Vorband" musste nicht leiden. Als die Hauptband die Bühne betrat herrschte ausgelassene Stimmung. Und das Launebarometer sollte an diesem Abend nur nach oben gehen. Vom Opener "Prometheus" bis zum Rausschmeißer "Die Hoffnung stirbt zuletzt" wurde eine Zündschnur entfacht, die das ganze Konzert über brannte. Zwar konzentrierte sich die Truppe stark auf ihr neues Album, doch da das ja richtig stark geworden ist, gabs auch keine Einwände. Und einige alte Hits wie "Heuchler", "Falsche Freunde" und natürlich "Dunkler Engel" waren auch dabei. Dazwischen gab es immer mal wieder ausufernde Solos und natürlich die beliebten Erzählungen von Lasterbalk und Alea.
Fazit: Dreieinhalb Stunden pure, ekstatische Konzertfreude. Das macht Saltatio Mortis so leicht keiner nach. Bleibt den Jungs nur zu wünschen, dass sie eines Tages in die Liga von Subway to Sally oder In Extremo aufsteigen. Verdient hätten Sie es allemal.
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