|
|
Nightwish 
Set List
Bye Bye Beautiful
Cradence of her last breath
Dark chest of wonders
Ever dream
Amaranth
The Islander
The poet and the pendulum
Sahara
Whoever brings the night
Sacrament of wilderness
Nemo
-----------
Seven days to the wolves
Wishmaster
Wish I had an angel
Schon lustig. Da kenne ich Nightwish schon seit der "Over the hills and far away" Scheiblette und habe es erst jetzt geschafft, sie mir mal live anzuschauen. Die Truppe rund um Maestro Tuomas haben den Sängerinnen-Wechsel verkraftet und mit "Dark passion play" unbestritten eine ihrer stärksten Veröffentlichungen rausgehauen. Nun blieb noch abzuwarten wie das ganze auf der Bühne funktioniert. Kann Anette Olzon in die großen Fußstapfen von Tarja treten? Die Antwort: Ja, sie kann. Und zwar wie, aber der Reihe nach...
Zunächst mal öffneten sich die Tore ne' halbe Stunde vor dem eigentlichen Einlass. Trotz des großen Andranges haben wir es tatsächlich mühelos in die dritte Reihe geschafft. Doch jetzt begann das lange Warten. Die, zuvor nirgendwo angekündigten, Krieger eröffneten den Abend. Ein Szene-Organ bezeichnete das Quartett als die "Manowar des Mittelalter Rock". Na ja, weder Bruder Joey deMaio noch alle Mittelalter-Fans dürften von diesem Vergleich begeistert sein. Der erste Song war noch okay, danach waren es nur noch austauschbare Heavy Rock Nummern, die es tausendmal besser bereits gibt. Daumen nach unten, zumal das Schlagzeug und der Bass masslos übersteuert waren, was mir und den Leuten der ersten Reihen einen ordentlichen Hörsturz bescheren dürfte. Dankeschön.
Pain war dann etwas besser, aber nicht wirklich mein Geschmack. Zumindest die Synthie-Beats gehen einem nach dem dritten Song auf den Sack. Aber immerhin scheints den Meisten gefallen zu haben. Aber wir waren ja alle wegen etwas anderem in der Schleyerhalle. Und das kam dann nach einer längeren Umbaupause auch.
Die Lichter gehen aus, vor der Bühne wird es laut. Im Hintergrund leuchtet das Pendel vom "Dark passion play" Album auf. Schon die ersten Takte von "Bye Bye Beautiful" bringt die Halle zum Brodeln. Marco, der sich immer mehr zum zweiten Fronter von Nightwish entwickelt, schmettert seine Parts mit einer Innbrunst, das man meinen möchte, er spucke gleich Gift und Gallle. Aber auch Anette Olzon hat das Publikum gleich von Anfang an im Griff. Ihre girlie-artiger Charme, ihre unterhaltsamen Ansagen und, nicht zu vergessen, das Sangestalent machen Anette zum Blickpunkt der Bühne. Zudem sind ihr die vielen Ansagen in Deutsch hoch anzurechnen (die Grammatik vergessen wir mal, können die Schwaben ja auch nicht). Kurz und gut: Mit ihrer neuen Frontfrau haben Nightwish voll ins Schwarze getroffen. Im Anschluss an "Bye Bye Beautiful" gibts mit "Cradence of her last breath" eine weitere neue Nummer, ehe sich Anette zum ersten Male mit Tarja vergleichen lassen muss. Probe bestanden: "Dark chest of wonders" und "Ever dream" klingen anders, aber ebenso gut.
Nach der Hitsingle "Amaranth" wird es dann folkloristisch. Emppu, Marco und Anette setzen sich auf bereitgestellte Stühle, im Hintergrund leuchten Fackeln und zum Rauschen des Meeres wird das akkustische "The Islander" vorgetragen. Das Publikum singt Zeile für Zeile mit - Gänsehaut pur. Gespannt war ich als ein Song "twisted, weird mind of Tuomas Holopainen" angekündigt wurde: "The poet and the pendulum". Dieser 14-Minüter ist mein persönlicher Liebling und ich war wirklich gespannt ob dieses Stück live ohne weiteres umsetzbar ist. Und glücklicherweise verliert diese Nummer auch vor Publikum nicht ihre Brillianz. Bei den folgenden "Sahara" und "Whoever brings the night" fällt die Stimmung etwas ab, aber die Klassiker "Sacrament of wilderness" und "Nemo" treiben die Launepegel wieder nach oben.
Nightwish lassen sich etwas lange beklatschen, doch dann gibts nochmal ne' ordentliche Zugabenrunde. "Seven days to the wolves", unbestritten eine der besten Nummern des neuen Albums, eröffnet den Reigen, ehe "Wishmaster" und "Wish I had an angel" einen amtlichen Schlusspunkt setzen. Dabei wird ein Feuerwerk abgefackelt, dass Kiss lieben würden.
Fazit: Geil! Sieht man mal davon ab, dass der Set von der Länge her gerade so in Ordnung geht und die Band ruhig ein paar ältere Songs mehr hätten vortragen können, ein gelungenes Konzert. Anette Olzon ist ein wahrer Glücksgriff und die Band hat sichtlich Spaß zusammen. Freuen wir uns also auf weitere Konzerte dieser Art und hoffen, dass die nächste Nightwish Scheibe ebenso stark wie "Dark passion play" wird. Wir jedenfalls sehen uns auf "Rock am Ring" wieder...
Zurück
|