- Endless Dark -

  Nuclear Blast  


In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat das Label aus Bayern sich zu einem Mainplayer im hartmetallischen Bereich hochgearbeitet und uns bangwütigen Freunden harter Töne viele wunderschöne Scheiben beschert. Zeit für ne' richtige Party. Daher servierte Nuclear Blast sechs Bands, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, in der Stuttgarter Schleyerhalle zur Geburtstagsparty. Wir sagten "heavy Birthday" und waren ebenfalls dabei.
Die Anreise gestaltete sich - wie immer - etwas schwierig. Nach ein paar Verfranzer innerhalb von Stuttgart haben wir dem Falk Routenplaner mehrmals den Papst an den Hals gewünscht. Das Verkehrsleitsystem des Rhein-Neckar-Parks ist auch nicht ganz schlau, denn die entsprechenden Hinweise kommen meist viel zu spät und sind doch recht schwer zur erblicken. Und dann war da ja noch das Spiel "VfB Stuttgart vs. Bayer Leverkusen" und und und. Fazit der Reise:Ich will n' Navi!

Für das "Nuclear Blast Festival" hatte man den oberen Teil der Schleyerhalle abgeschottet. Vielleicht damit das Ganze nicht so verlassen aussieht, denn ausverkauft wars keineswegs. Man hätte ohne Probleme alle Leute in den Innenraum stecken können - womit alle (!) Tribühnen noch belegbar gewesen wären. Diese jedoch waren teilweise nur VIPs vorbehalten, ebenso wie der Bereich vor der Bühne. Soviel zum Thema "Freie Platzwahl"! Und noch was zu meckern: Die Securitys sind seit dem Manowar Konzert im März auch nicht freundlicher geworden. Aber jetzt mal zu Erfreulicherem: Den Bands!

Kataklysm hatten wir aufgrund der Anreise verpasst. Aber da die eh' keiner von uns sehen wollte war es nicht tragisch. Wir kamen gerade rechtzeitig zu Edguy. Und die lieferten einen Paradekonzert ab. Der melodische Helloween-Happy-Metal der Band ist ja für sich schon nicht schlecht, aber live sind die Jungs eine Wucht. Spielfreudig, donnernd und perfekt aufeinander eingespielt. Vom Opener "Mysteria" über "King of Fools", "Superheroes", mein Liebling "Babylon" bis zum finalen "Out of Control" gabs Party pur. Tobi's symphatische und witzige Ansagen trugen nur zur Stimmung bei. Nur ein winziger Kritikpunkt: Maiden's "The Trooper" hättet ihr nicht nur anzuspielen, sondern auch durchspielen können. Ansonsten: Two Thumbs up für Edguy.

Unser aller Liebling und im Nachhinein gesehener Gewinner des Abends, Subway to Sally, war als nächstes an der Reihe. Ganz im Stile des aktuellen Opus "Bastards" eröffneten die Könige des Mittelalter Rock ihr Set mit "Puppenspieler" gefolgt von "Auf Kiel". Weiter gings mit "Eisblumen" und mit "In der Stille" und "Meine Seele brennt" gabs nochmal zwei Nummern vom neuen Album. Die Jungs und das Mädel rund um Barde Eric Fish sind natürlich eine erfahrene Live-Truppe und begeisterten auch heute das Publikum. Zum schluss gabs mit "Henkersbraut", "Ohne Liebe" und dem finalen "Sieben" auch noch mal ein paar große Hits der Vergangenheit. Einziger Kritikpunkt: 50 Minuten Spielzeit für diese Ausnahmeband sind definitiv zu wenig. Zu viele tolle Lieder mussten auf der Strecke bleiben. Dennoch: Ein gelungenes Konzert.

Als nächstes standen Dimmu Borgir auf der Matte. Hier zeigte sich auch dass die bunte Mischung des Konzertes nicht jedermanns Geschmack traf, denn ein Teil der Subway/Edguy-Jünger hatte die Halle verlassen, dafür füllte sich der Platz mit Black-Metal-Fans. Mit schwarzem Stahl kann ich persönlich wenig anfangen, und so kann ich nur festhalten, dass die Jungs mit ihrer Stunde Spielzeit ihre Fans zufrieden stellten.

Jetzt aber Blind Guardian. Wieder hatte sich die Zuschauermenge geändert, denn von den vielzähligen Dimmu-Borgir-Shirt-Trägern waren jetzt nur noch vereinzelt ein paar zu sehen. Die Gardinen starteten ihr Set traditionsgerecht mit "Into the storm", doch der Sound spielte nicht so recht mit. Übersteuert, vermatscht und mit Rückkoppelungen konnte man das Lied kaum genießen. Die Band schien davon nichts zu bemerken und spielte munter weiter. Innerhalb von "Into the storm" konnten die Sound-Probleme glücklicherweise behoben werden, so dass wir uns fortab über ein gelungenes Konzert freuen durften. Mit "Welcome to dying", "Valhalla", "Nightfall", "Fly", "Time stands still (at the iron hill)", "Lord of the rings", "The Bard Song" und vielen anderen wurde ein Hit nach dem anderen ins Publikum gepeitscht. Zugegeben, die Bezeichnung Rampensäue verdienen Blind Guardian nicht wirklich. Aber was ihnen an Bühnendynamik fehlt, machen sie mit ihrer hervorragenden Spielweise und dem tollen Best-of-Set wieder wett. Von daher der Höhepunkt des Nuclear-Blast-Festivals.

Fazit: Die Mischung der Bands war sehr bunt, was sich nur teilweise als gelungen herausstellte (Stichwort: Besucherwechsel), hatte aber immerhin den Vorteil dass die Halle zu keinem Zeitpunkt überfüllt war. Wir jedenfalls haben die Bands genossen und wünschen Markus Staiger (NB Chef), dass er auch weiterhin ein gutes Händchen für Veröffentlichungen besitzt. In diesem Sinne: Heavy Birthday!



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