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Manowar 
22. Januar 2010, Ludwigsburg, Arena
Setlist
Call To Arms
Hand of doom
Kings Of Metal
God Or Man
Swords In The Wind
Die For Metal
Die With Honor
Let The Gods Decide
The Sons Of Odin
The Gods Made Heavy Metal
Sleipnir
Loki God Of Fire
Thunder In The Sky
Warriors Of The World
- - - -
House Of Death
Black Wind, Fire And Steel
The Crown And The Ring
Obwohl das neue Album noch in der Mache ist, hatten Manowar glücklicherweise nicht die Absicht, sich in ihrer Magic Circle Burg zu verschanzen, sondern sind quer durch die Republik auf Kreuzzug gegangen. Mit dabei - natürlich und wie nicht anders zu erwarten - der Metal Nachwuchs von Manowar's bandeigener Firma Magic Circle Music: Metalforce und Holyhell. Wir haben uns entschieden, uns das Ganze im schwäbischen Ludwigsburg in der recht neuen Arena zu geben.
Der Einlass ging relativ flüssig vonstatten, allerdings wurde uns kurzerhand die Kamera abgenommen. Stand zwar weder auf der Karte noch auf der Webseite der Arena, aber na gut. Dann wird halt weniger geknipst und mehr das Hammer-Sign gezeigt. Zuvor musste aber noch Flüssignahrung beschafft werden. Und das ist der einzige Minuspunkt: Liebe Arena, bei geschätzten 6000 Besuchern wäre es sinnvoll mehr als eine Zapfanlage in Betrieb zu haben. Dann ging's in die Halle wo wir einen recht guten Stehplatz ca. 10 Meter von der Bühne entfernt ergattern konnten.
Majesty, ähm, Metalforce machten den Einstieg. Das die Band sich gut und ausführlich bei den Herren von und zu Hail and kill inspirieren lässt, ist ja hinlänglich bekannt und ist auch teilweise gelungen. Warum Frontmann und Bandchef Tarek Magehary unter neuem Namen fimiert verstehe ich zwar immer noch nicht, klingt doch die neue Band wie die alte Band vor dem letzten Album. Aber egal. Ganz ordentlich gemacht. Holy Hell begeistern mich dann mit ihrer Mischung aus Gothic- und Power Metal mehr. Sängerin Maria ist nicht nur eine Augenweide, sondern erweist sich auch als stimmgewaltige Rampensau. Ihre Band spielt tight und Songs wie "Prophecy" und "Wings of Light" sind ja auch nicht die Schlechtesten. Mal schauen wie's mit der Truppe weitergeht, schließlich kann Doro Pesch nicht ewig die Frauen-Flagge für den klassischen Metal hoch halten.
Blöd war allerdings, dass Holy Hell nach dem dritten/vierten Song abgewürgt wurden, mit der Begründung, der Sound passe nicht. Eine geschlagene halbe Stunde wurde hinter der Bühne herumgedoktort, ehe die Band ihr Set fortführen und beenden konnte. Was eigentlich verändert wurde konnte zumindest mein ungeschultes Ohr nicht heraushören. Aber besser die Vorband abgewürgt als den Headliner. Nach Maria und ihren Jungs hieß es dann warten. Noch mal ca. ne' Dreiviertelstunde, aber dann ging es endlich los. Das bekannte Thema von "Ben Hur" ertönte, auf den schwarzen Vorhang wurde groß das brennende Manowar-Logo angestrahlt, ehe es hieß: "Ladies and gentleman, from the United States of America, all hail MANOWAR..."
Der Vorhang fällt und die Band legt mit "Call to Arms" und "Hand of doom" vom "Warriors of the World" Album los. Erst noch ein bisschen bewegungsarm, doch dann lauf Joey, Eric, Karl und Donnie - in Vertretung für Scott - zur Hochform auf. Der Signature Track "Kings of Metal" bringt dann die Hallenstimmung auf Siedetemperatur und das Publikum frisst Manowar geradezu aus der Hand. Chöre, Hammersigns und Pommesgabeln wohin man blickt und hört. Mit "God or man" gibt es den ersten, neuen Song, ehe mit "Swords in the wind" erneut "Warriors of the World" zum Zug kommt. Und so langsam ahnt man auch in welche Richtung die Setlist schreite. Und es sollte sich bewahrheiten. Manowar zocken ihre aktuelle EP "Thunder in the sky" - war ja zu erwarten - und ansonsten die letzten beiden Alben "Gods of War" und "Warriors of the World". Ein recht mutige Entscheidung, bedenkt man die kontroversen Diskussionen um die letzte Manowar Scheiblette, und auch eine Entscheidung, mit der nicht jeder glücklich sein wird. Egal, Manowar ziehen ihren Stiefel mit "Die for Metal", "Die with Honor" und "Let the gods decide" weiter durch.
Nach dem üblichen Bazz-Intermezzo mit dem Publikum, nimmt sich dann uns aller Liebling Joey de Maio Zeit für sein Wort zum Freitag. "Mein Deutsch ist das schlechteste auf der Welt" sagt der Band-Boss im Vorfeld, lässt es sich aber nicht nehmen nahezu jeden Satz auf Deutsch zu formulieren. Er verneigt sich vor den Fans, beschwört wieder einmal dass Manowar für den True Metal wie keine andere Band kämpfen und erwähnt beiläufig, dass die Band all ihr Geld in die neueste PA- und Bühnentechnik gesteckt hat. Wie immer ist das Ganze natürlich recht unterhaltsam. Dann, Business as usual, wird ein Fan gesucht, der die Eier hat, mit Manowar auf der Bühne zu zocken. Ein junger Kerl in der ersten Reihe meldet sich begeistert und darf dann schließlich auch auf die Bühne, ebenso wie ein "heißes und geiles Mädchen" (O-Ton Joey). Der Junge macht dann seine Sache auch anständig und stimmt diverse Manowar-Klassiker an ("Thor" und "Battle Hymn" konnte ich heraushören), aber natürlich stieg die Band darauf nicht ein. Wer bei Manowar auf der Bühne steht zockt "The Gods made Heavy Metal" und nichts anderes. Gelungene Aktion, wie eigentlich immer.
Mit "Sleipnir", "Loki God of fire" und "Thunder in the sky" geht es weiter, ehe die Hymne "Warriors of the World" (der 5. Song dieses Albums in einem Set) den vorläufigen Abschluss bildet. Natürlich gab's Zugabe, aber wer auf einen Klassiker-Rundschlag gehofft hatte, wird enttäuscht. "House of death" ertönt, ehe "Black wind, fire and steel" - neben "Kings of Metal" der einzige Klassiker des Abends - dann schließlich noch mal das Haus rockt. "The Crown and the ring" läuft vom Band und setzt den unweigerlichen Schlusspunkt unter den Abend. Dennoch ist das Publikumim Großen und Ganzen hoch zufrieden und die Halle reckt kollektiv die Fäuste zum Hammer-Sign.
Fazit: Manowar sind Manowar sind Manowar. Man kann diese Band eigentlich nur hassen oder lieben. Joey's Ansagen gehören nun mal zu der Band wie ihre Lederklamotten. Musikalisch war's natürlich erste Sahne und vor allem Eric Adams war stimmlich fitter als noch auf der "Dungeons, Demons & Dragons Tour 2007". Der einzige Minuspunkt ist die Setlist: Klar, alles tolle Nummern, aber glaubt mir: Zum Abschied statt "House of death" lieber "Hail and kill" und vielleicht noch die majestätische "Battle Hymn" und ihr hättet Altfans Pipi in die Augen getrieben. Dennoch, es war ein geiles Konzert.

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