- Endless Dark -

  Manowar  

Set List u.a.
Manowar
Call to Arms
Gloves of Metal
Each dawn I die
Holy War
The Gods made Heavy Metal
Mountains
Secrets of Steel
Die for Metal
Kings of Metal
Warriors of the World united
Black Wind, Fire and Steel
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Intro (Video)
Sons of Odin
Glory Majesty Unity
Gods of War
Army of the Dead - II
Odin
Hymn of the Immortal Warriors
The Crown and the ring (vom Band)


Der Grund warum sich mein Herz dem Hard Rock- und Metal Genre zugewandt hat, dürfte in meiner Kindheit liegen. Damals, als meine Familie noch bei den Großeltern lebte. Ich war ein kleiner Stöpke von 8 oder 9 Jahren und mein Onkel ca. 17 oder 18. Und Andy - so der Name meines Onkels - ließ jeden Tag sehr laut die richtig guten Metal Sachen laufen: Böhse Onkelz, Helloween, Metallica - und natürlich Manowar. Mit der Musik konnte ich noch nicht soviel anfangen, aber das Artwork der "Kings of Metal" Scheibe beeindruckte mich schon damals.
Die Jahre vergingen, Klein Chris wurde groß und irgendwann legte er sich dann "Kings of Metal" als CD zu. Und nach und nach all die Anderen von Manowar. Und damit wären wir in der Gegenwart: Die Manowar-Fans sind sauer, da die Band ihr neues Werk und die dazugehörige Deutschlandtournee mehrmals verschob. Und als dann "Gods of War" in den Läden stand wurden eine Menge Stimmen laut, die sich vom neuen Material enttäuscht fühlten. Kurz und gut: Für Manowar gab es schon mal rosigere Zeiten. Doch zumindest live werden sie dem hochtrabenden Titel "Kings of Metal" noch immer gerecht.

Es ist Samstag, 31. März 2007. Zum letztjährigen Weihnachten hatte ich Andy eine Karte für das Konzert geschenkt. War ja auch mal nötig, schließlich habe ich seit Jahren vergessen ihm etwas zu Weihnachten oder seinem Geburtstag zu schenken. Als wir dann kurz nach 19 Uhr die Schleyerhalle betraten mussten wir feststellen, das der erste Support "Holy Hell" schon fleißig die bangenden Massen bediente. Häh, auf der Karte stand doch 19.30 Uhr sei Beginn. Anyway, wir waren ja da wegen Manowar. Zunächst musste ein guter Platz gesichert werden. Als wir dann aber im Innenraum ankamen mussten wir feststellen dass die dumme Funzel von der Ticket-Stelle uns je ein Stehplatz- und ein Sitzplatzticket geschickt hatte. Sitzplatz? Bei Manowar? Bin ich denn 60?
Um es kurz zu machen: Mein Platz wäre in Block 29 gewesen - (am Arsch der Halle, selbst der muskulöse Eric Adams wäre nur als kleiner Punkt wahrzunehmen) - doch nach ein paar missglückten Einbruchsversuchen in den Innenraum begab ich mich schließlich an die Reling der westlichen Tribüne um mit ein paar sitzfaulen Metalheads zu bangen. Na also, geht doch.

Nun aber zu den Konzerten: HOLY HELL hatten wir ja nahezu verpasst, klang aber nicht gerade Weltbewegend: Symphonic Metal mit Frauengesang (gähn!) ohne jedoch die Klasse von den Genregrößen WITHIN TEMPTATION oder NIGHTWISH zu erreichen. Die italienischen Bombast Metaller RHAPSODY OF FIRE interessierten mich da schon eher. Zwar kenne ich nur wenig von ihnen, doch das Konzert hat dafür gesorgt, dass ich eine RHAPSODY CD auf meiner nächsten Einkausliste habe: Guter Sound, tolle Show, hymnisch-donnernde Songs und eine Band in bester Spiellaune. Und "Land of Immortals" ist schon jetzt ein Liebling von mir. Fazit: Ein Konzert wie man es sich nicht besser wünschen kann. Oder etwa doch? Schließlich heißt es jetzt: Other Bands play - Manowar kill.

Und nach einer zügigen Umbaupause kam dann auch das, worauf 99% der Anwesenden gewartet hatte: MANOWAR, die mit ihrer selbstbetitelten Hymne den Reigen eröffnete. Klar, dass die True-Metal-Crowd begeistert war. Und MANOWAR heizten weiter an: Durchweg Klassiker und viele Songs die laut den Altfans schon ewig nicht mehr im Set waren; entstaubt und mit voller Power dargeboten: "Each Dawn I die", "Gloves of Metal" und das - hell yeah! - "Holy War". Dennoch blieben die Reaktionen vom Publikum merkwürdigerweise noch ein wenig verhalten. Nach "Holy War" durfte Bassist Joey DeMaio ein Solo bringen, ehe er das Publikum begrüsste. Das vielfach gefürchtete Gelaber des Bandbosses hielt sich aber in Grenzen. Statt ewigem Gesülze holte er einen Fan auf die Bühne der "balls" genug hat "to play on Stage with Manowar". Aber was ein echter True Metalller ist der braucht mehr Inspiration als eine legendäre Band. Und daher zog Joey noch ein paar ansehnliche Girls aus dem Publikum. Joey sprach wohl allen Männern des Raums aus der Seele als er klarstellte, was verlangt wurde: "Tits and Asses". Dann durfte der Glückliche sich an den Mädels ergötzen und ein Solo hinlegen (große Klasse übrigens!). Und gemeinsam mit Manowar und den Mädels wurde dann "The Gods made Heavy Metal" gezockt.

Endlich war die Stimmung in der Halle gut und mit "Mountains", "Secrets of Steel" und dem bisher einzig neuen Song "Die for Metal" (der dem Gegröhle nach schon recht viele Fans hat) wurde ordentlich weiter gebrettert. Schließlich - man höre und staune - entschuldigte sich Joey für die gecancelte Tour und das vielfach verschobene Album und versprach mit Manowar nach Deutschland zurück zu kehren. Und zwar am 7. Juli zum von Manowar organisiertem "Magic Circle Festival" - Ticketpreis: 10 €. Klar, dass es daraufhin ordentlich Applaus gab. Mehr Applaus gab es nur für das war jetzt kam: "Kings of Metal", "Warriors of the World" und "Black Wind, Fire & Steel". Bei allen drei Songs konnte sich die Band über mangelnde Publikumsreaktionen nicht beklagen. Doch dann verließen Manowar die Bühne.

Wir verlangten nach Zugabe und sollten sie auch bekommen, allerdings anders als wir gedacht hatten. Untermalt mit dem Instrumental "Odin" flimmerte ein Video über die Bühnenleinwände. Das aufwendig und professional gestaltete Video erzählt die Geschichte des "Gods of War" Album, dauerte mir persönlich aber etwas zu lange. Und dann wurde tief in die nordische Sagenwelt eingetaucht: Das Album "Gods of War" wurde ab "Sons of Odin" (der wie es scheint auch schon viele Anhänger hat) gezockt. Untermalt wurde das Ganze mit einer Bühnenshow: Ein Wikingerschiff im Bühnenbackground und Schauspieler, die die Geschichte nachspielten. Alles in Allem aber mehr Musical als Metal und so genossen ich und viele weitere Fans das Werk im Sitzen. Bei "Hymn of the Immortal Warriors" findet die Show ihr fulminantes Ende als die ganze Bühne in Flammen steht und ein Pyro-Inferno entfesselt wird. Doch das wars auch schon. MANOWAR sagen tschüss, "The Crown and the ring" läuft vom Band und die Lichter gehen an. Hallo? Es kam einem viel zu kurz vor, doch ein Blick auf die Uhr zeigt dass MANOWAR über zwei Stunden gezockt hatten.

Fazit: Manowar haben an diesem Abend bzw. auf dieser Tour viele Stücke aus wieder ausgegraben, die teilweise seit Jahrzehnten nicht mehr gespielt wurden. Die "Gods of War" Darbietung war alles in allem auch sehr gut inszeniert. Dennoch haben ein paar Standarts gefehlt, die eigentlich Pflicht für die Band sind. "Heart of steel", "Hail and kill", "Battle Hymn" usw. Trotzdem: Two thumbs up.



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