- Endless Dark -

  Linkin Park  


Set List
No more sorrow
Don't stay
Somewhere I Belong
Wake
Given Up
Lying From You
Papercut
Points Of Authority
Leave Out All The Rest
Numb
The Little Things Give You Away
Shadow Of The Day
Breaking The Habit
Valentine’s Day
Crawling
In The End
Bleed It Out
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What I’ve Done
Pushing Me Away (Piano Accoustiv Version)
One Step Closer
Faint

Schon wieder Linkin Park? Jawoll ja. Zwar scheint der grandiose Auftritt von Linkin Park am Nürburgring kaum Vergangenheit zu sein, doch sieht man sich das Muster Deutschlandauftritte des Ami-Sextetts seit dem "Hybried Theory" Durchbruchs an, wird klar: Es kann verdammt lange bis zur nächsten Tour dauern. Und ob wir die sechs Jungs dann nochmal in dieser relativen Erreichbarkeit haben ist fraglich. Und außerdem sieht man sich seine Lieblingsbands immer gern an, oder?

Also Dorina, Alex und DEN Fan schlechthin, Manu, ins Auto gepackt und ab nach Frankfurt. Ich kann mich daran erinnern, auf der letzten Fahrt nach einem Navi geschrien zu haben. Nun, jetzt hatten wir eins. Nur sollte man das scheiss Ding auch lesen können. Dass ich, der das Navi konsequenterweise dreimal hintereinander ignorierte, zum Spott des Abends werden sollte, war vorprogrammiert. Man kann halt nicht aus seiner Haut. In Frankfurt angekommen dann die erste Ernüchterung: Für den Parkplatz des neben der Festhalle stehenden Merian-Hotels waren harte 3,70 pro Stunde fällig. Der gesamte Tagessatz belief sich auf über 16 Euro. Aber was soll man sonst in ner' Stadt wie Frankfurt machen.

Aber nun mal zu dem eigentlichen Konzert. Bevor der Hauptact der gut gefüllten Festhalle einheizen konnte, musste erst noch der (nirgendwo angekündigte) Support-Act Lightning Sound ertragen werden. Und der war nicht berauschend: Vorhersehbarer Alternative/Punk und blöderweise fragt man sich nach dem dritten Lied, ob das erste noch mal gespielt wurde: Sprich, die Songs klingen alle gleich. Lediglich der Frontmann weiß noch ansatzweise zu überzeugen. Und mehr als Höflichkeitsapplaus gabs von dem hör- und sehbar desinteressierten Publikum auch nicht.

Aber jetzt mal zum eigentlichen Grund für die Anreise und die horrenden Parkgebühren: Nämlich Linkin Park. Um kurz nach 21 Uhr gingen die Lichter aus und der brachiale Riff von "No more Sorrow" drang aus den Boxen. Die Band agierte überlebensgroß hinter dem angeleuchteten, geschlossenen Vorhang und zogen das Intro absichtlich lang. Die Halle war bereits am Kochen, als der Vorhang fiel und die Jungs losrockten. Nach dem gelungenen Einstand schob die Band gleich noch die Meteora-Kracher "Don't stay" und "Somewhere I belong" hinterher. Die Festhalle brodelt und die Band schürt das Feuer mit "Given up", "Lyin from you" und dem endgeilen "Papercut" weiter an. Viel Worte verlieren die Jungs eigentlich nicht, aber das Publikum frisst ihnen ohnehin aus der Hand. Nach "Points of Autority" kommt eine Welle ruhigerer Songs, die aber Bemerkenswertes zu Tage bringen: Zum einen die Textsicherheit der gesamten Halle. Die Fans singen "Leave out all the rest", "Numb", "The little Things give you away", "Shadow of the day" und "Breaking the habbit" Zeile für Zeile mit und übertönen bisweilen sogar Mike und Chester. Bei letzterem ist das aber auch von Vorteil. Zumindest bei hohen Passagen. Da weist der LP-Shouter doch leicht Ähnlichkeiten mit Micky Maus auf. Ansonsten kann Chester aber durch die Bank überzeugen (bei den Schreien tuts einem ja schon from Zusehen weh). Nach "Valentine's day", dem sechsten ruhigen Song in Folge, darf dann mal wieder abgerockt werden: Zu "Crawling", "In the end" und dem arschgeilen "Bleed it out" wird gerockt, gebangt und gegröhlt was das Zeug hält.

Dann ist aber erst mal Schicht im Schacht. Nach gerade mal 75 Minuten. Aber glücklicherweise lassen sich die Jungs zu einem Zugabenblock hinreißen. Und der hat es in sich: "What I've done" läutet den Reigen ein, ehe die vom Ring bekannte Accoustiv Version "Pushing me away" noch einmal das musikalische Talent zeigt. Doch zu "One step closer" und "Faint" darf noch mal schön abgegangen werden, ehe Linkin Park nach über eineinhalb Stunden die Bühne verlässt. Das Fazit: Spätestens nach dieser Tour muss wohl der ärgste Kritiker gestehen, dass Linkin Park kein vorübergehendes Phänomen sind. Die Band hat den "Nu Metal Hype" überlebt und sich weiterentwickelt. Die Setlist war gut, die Musiker entfernen sich gelegentlich von den Studioversionen der Songs (Solos, Intros, Alternativversionen - das war noch auf der "Meteora" Tour anders) und können sich trotz der neuen Marschrichtung von "Minutes to Midnight" ihren Fans sicher sein. Von daher: Two Thumbs up.



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