- Endless Dark -

  Alice Cooper / Deep Purple  


Set List Alice Cooper (unvollständig)
Billion Dollar Babies
I'm Eighteen
No more Mr Nice Guy
Feed my Frankenstein
Only women bleed
I love the dead
Schools out
-----------------
Poison
Under my wheels

Set List Deep Purple
Pictures of home
Clearly quite absurd
Mary Long
Ted the Mechanic
Rapture of the deep
Before time began
The well-dressed guitar
- Steve Morse Solo
- Don Airey Solo
Perfect Strangers
Kiss tomorrow goodbye
Space Truckin'
Smoke on the water
Highway Star
--------------------------
Hush
- Band Jam
Black Night

Da hatte uns mein Bruderherz etwas Schönes unter den Weihnachtsbaum gelegt: Alice Cooper und Deep Purple im Doppelpack - zwei Acts die schon seit Jahren zu meinen absoluten Favourites im Hard Rock Bereich zählen. In der Hoffnung auf einen Rock-Orgasmus der Superlative - schließlich rocken beide Acts seit fast 4 Jahrzehnten - fuhren ich und mein Bruder am 5. Mai gen Mannheim.

Mad Max

Vor den beiden Rocklegenden gab es noch einen Support Act: Mad Max - eine frisch reunionierte Achtziger Combo. Bei dem, Gott sei Dank kurzen, Gig habe ich mir allerdings mehr als einmal gewünscht die Band wäre in den Achtzigern geblieben. Die 6 gezockten Songs kann man in die AOR / Melodic Rock Schublade packen - sprich eine Melange aus Journey, Bonfire, Bon Jovi und Survivor. Nur mit einem Unterschied: Die genannten Bands können wirklich gute Songs schreiben. Doch Mad Max kann das nicht. Die 6 Songs sind so belanglos, dass sie bei den eben erwähnten Melodic Rock Legenden nicht mal als B-Seite verwurstet werden würden. Zudem - und ja das muss jetzt sein - nervt der Keyboarder. Der versucht sich nämlich eher darin das Publikum zu begeistern anstatt die Tasten zu bedienen. Mit Ausnahme von schwulen, äh, schwülstigen Intros scheinen Mad Max der Ansicht zu sein, der Wechsel zwischen maximal zwei Synthie Akkorden sei in den Songs genug Keyboard. Hoffentlich hat der Kerl später Deep Purples' Tastengott Don Airey gesehen und bitterlich geweint. Kurz gefasst: Mad Max waren für den Allerwertesten.

Alice Cooper

Doch nun zu Erfreulicherem. "The Coop" stand an. Die Umbaupause ging schnell vorbei und dann leuchteten die riesigen Augen des Meisters im herrlich düsteren Bühnen Background auf. Ein heftiges Intro und dann stand der Meister auf der Bühne und ließ sich feiern. Die Show? Nun, Business as usual. Alice gab sich als arroganter Bühnenherr, liefert sich einen Schwertkampf, bringt seine Frau um und landet im Irrenhaus. Dann wird er natürlich geköpft, wiederbelebt und rächt sich an allen. Nichts Neues also, aber immer wieder geil. Vor allem Alice' Tochter begeistert: Ob als diabolische Krankenschwester, leicht bekleidete Erotiktänzerin oder als blondes Paris-Hilton-Dummchen - die Frau sorgt für Stimmung. Die Songs? Auch Business as usual: Abwechselnd gibt es neuen Stoff vom letzten Album Dirty Diamonds und die ewigen Hits der vergangenen Jahrzehnte. "No more Mr Nice Guy", "I love the dead", "Feed my Frankenstein", "I'm 18", "Billion Dollar Babies", "Only Women bleed" - alles da. Mit "Schools out" wird das reguläre Konzert abgeschlossen und schon stürmen die Ersten aus der Halle um Biernachschub zu organisieren. Aber das geht doch nicht, schließlich fehlt noch "Poison". Lautstark fordern Alex und ich die Nummer und erhalten schnell Unterstützung von Umstehenden. Natürlich kommt Alice wieder zurück, zockt "Poison", ne' weitere Nummer und "Under my wheels" zum Abschluss. Fazit? Super Alice, Super Show, gute Set List (auch die neuen Sachen!) und Alice' Tochter als Krönung. Definitiv das Eintrittsgeld wert - und Dirty Diamonds wird auf die nächste Einkaufsliste gepackt.

Deep Purple

Eine gute halbe Stunde später begannen dann die Purples. Das Bühnendekor leuchtete im Stil des aktuellen Rapture of the deep Albums auf und über die Leinwände flimmerte ein Videoclip: Ein Roadie schiebt eine Kiste mit der Aufschrift THE BAND in den Backstage Bereich, heraus klettern Ian Gillian, Don Airey, Roger Glover, Ian Paice und Steve Morse. Die Purple Jungs schlendern Richtung einer Tür auf der groß STAGE steht. Just in dem Moment als die Band im Video durch die Tür auf die Bühne geht, sieht man sie auch wahrhaftig auf der Stage - nette Idee. Und es geht gleich in die Vollen! "Pictures of Home" vom unsterblichen Machine Head wird runtergerotzt und es fällt auf, dass Deep Purple den besten Sound des Abends haben. Glasklar und vor allem etwas lauter als ihre Vor-Acts donnert es aus den Lautsprechern. Leider sollte der folgende Verlauf des Konzerts etwas ernüchtern. Denn Deep Purple sind der Ansicht ihr neues Album komplett vorgestellen zu müssen. Und bei allem Wohlwollen - ein sonderlich gutes Album ist Rapture of the deep nun wirklich nicht. Daher blieb die Stimmung auch etwas gedrückt.

Zwischen den Rapture... Songs gabs dann noch "Ted the Mechanic" (gut) und "Mary Long" (weniger gut, da hätten PURPLE Besseres aus der Mottenkiste graben können). Doch in der zweiten Hälfte konnten Deep Purple dann doch noch was rausreißen: Ein Steve Morse Solo, das selbst die beinharten Blackmore-T-Shirt-Träger begeisterte. Das Instrumental "The well-dressed Guitar" wurde ebenfalls beklatscht. Don Airey durfte natürlich auch ein Solo zum Besten bringen. Keine Frage, der Mann steht Meister Lord in nichts nach, allerdings spielte er exakt dasselbe Solo wie drei Jahre zuvor in Stuttgart. Ein bisschen mehr Kreativität darfs schon sein. Doch wie auch in Stuttgart ging Airey's Solo in "Perfect Strangers" über und endlich kam Stimmung auf. Mit "Kiss tomorrow goodbye" gabs noch einen der besseren Rapture... Songs ehe mit "Space Truckin'", "Smoke on the water" und "Highway Star" endlich die großen Hits zum Zug kamen. Doch dann wars auch schon vorbei. Als Zugabe gabs noch "Hush", ein Band Solo - beeindruckend: Ian Paice verliert einen Drumstick und trommelt ebenso gut nur mit einem - und zu guter Letzt "Black Night".
Fazit: Die zweite Hälfte der Show hat die erste Hälfte wieder einigermaßen 'rausgerissen. Und man muss wohlwollend anerkennen dass Deep Purple sichtlich Spaß auf der Bühne haben. Dennoch: Das nächste Mal ein besseres Album und das Set etwas "gemischter" - Alice weiß wie's geht.



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